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Belgischer Trawler 0129 Amadine

Traditionsbewahrung der Hochseefischerei in Oostende(Belgien)

Durch ein altes Foto des belgischen Seitentrawlers "Amandine", das der Rostocker Hochseefischer Hans Kühn an irgendeinem Fangplatz zufällig aufgenommen hat, bin ich auf der weiteren Suche nach Erläuterungen zu diesem Schiff auf dieWikimedia Seite gestossen und habe dort diese frei verfügbaren Fotos gefunden, die ich hier meinen Besuchern vorstellen möchte, da sie meiner Meinung nach das Leben und Arbeiten auf so einemSeitenfänger ziemlich wahrheitsgemäß und auch realistisch wiedergeben und das doch zudem auf unseren Rostocker Loggern und Trawlern in vielerlei Hinsicht sehr ähnelt! Gleichzeitig ist es jedoch auch sehr interesannt festzustellen, daß auch in anderen europäischen Ländern viel getan wird,um die Traditionen dieses aussterbenden Berufszweiges zu bewahren, sie zu pflegen und für die Nachwelt festzuhalten!Ich habe mir außerdem gedacht, es könnte ja auch sein, daß der eine oder andere Besucher meiner Hp mal eine Urlaubsreise nach Belgien unternimmt und ich Ihm hiermit ein wahrhaft lohnendes Ziel für einen wunderschönen Tages-Ausflug eröffnet habe ! Und hier nun die History des belgischen Seiten-Trawlers 0129 "Amandine" Am 23.08. 1948 wurde in Belgien ein Gesetz über die Förderung von Unternehmen in Kraft gesetzt. Dadurch wurde es möglich, Kredite bei der Seefahrtsabteilung des Landes zu beantragen, um Schiffe bauen zu lassen. Der zuständische technische Dienst war aber der Meinung, der Kredit für den Bau des Trawlers 0129 "Amandine" wäre unrentabel und wurde deshalb zunächst erst einmal abgelehnt. Dank der Vermittlung des Oostender Abgeordneten und Fischereifreundes Dries Claeys und des Verkehrsministers P.W. Seghers wurde das Projekt nach einigem hin und her doch noch akzeptiert ,weil man ja nach dem Kriege auch dringend Arbeitsplätze schaffen musste.Durch zahlreiche , nicht eingeplante Streik`s, musste die Kiellegung aber doch noch bis zum 1.11.1960 auf der Werft "Richard Panesi" in Nieuwe Werftkaai 2 verschoben werden.Das Schiff wurde im Auftrage der Reeder Engel Verhaeghe und Pierre Vincent gebaut und die Probefahrt fand am 17.03 1962 statt. Die 0129 "Amandine" ist 36m lang (Zwischen den Loten misst sie 32,50m) und 6,70 m breit. Die Seitenhöhe misst 3,90 m und sie hat eine Fischraumkapazität von 70 t, das entspricht 1400 Korb. Die Hauptmaschine leistet 510PS und verleiht dem Schiff eine Geschwindigkeit von 10 - 11 kn/ h. Die Besatzung konnte bis 10 Personen betragen. Das Schiff kostete 8 861 087 Belgische Franc, das sind umgerechnet 220 000,00 Euro.Statt der10 Besatzungsmitglieder wurden aber nur 8 Leute gemustert. Das Schiff erweist sich von Anfang an, als sehr erfolgreiches Fischereifahrzeug und verdient für seine kleine Besatzung ein gutes Brot. Es wurde von der belgischen Zulassungsbehörde als großer Mitteltrawler eingestuft und fuhr im Sommer in die Fischgründe um Süd - Island, den Winter über blieb er aber in der Nordsee und im Ärmelkanal. Ab 1974 wurde die O.129 "Amandine" dann aber ein echter Island Fahrer. Man musste nach den isländischen Kabeljaukriegen zwischen den heimischen Gewässern und den traditionellen Fischgründen um Island wählen. Dort wurden vorwiegend Kabeljau, Schellfisch, Blauer Leng, Köhler, Roter Knurrhahn, Rote Fleckbrasse, Schollen, schwarzer Heilbutt und Doggerscharbe gefangen. Die 0129 "Amandine" hatte in ihrer Einsatzzeit mehrere, sehr erfahrene Schiffsführer, die dafür sorgten, daß das Schiff von größeren Katastrophen verschont blieb. Trotzdem ist zu erwähnen, daß nicht immer Alles glimpflich im Schiffsbetrieb ablief, denn so gab es am 18.06.1969 einen unglücklichen Zwischenfall, wobei der Matrose Renaat Dyserinck über Bord fiel und ertrank. Der nächste Zwischenfall geschah am 21.01.1982. Da sollte die 0129 "Amandine" den Trawler 202 "Pelagus" wegen Maschinenschaden auf den Haken nehmen und in den nächsten isländischen Hafen schleppen. BeimAnnäherungsmanöver zur Leinenübernahme wurden bei schwerem Wetter auf 0129 "Amandine" vier Leute schwer verletzt. Der Kapitän musste sich nun kurzfristig und schnell zwischen dem defekten Schiff und seinen verletzten Leuten entscheiden. Er beschloss, zunächst seine schwer verletzten eigenen Leute an Land zu setzen und nach der Rückkehr den treibenden Trawler in den rettenden Hafen abzuschleppen. Der Wind und die Strömung waren aber schneller und so trieb 202 "Pelagus" führungslos auf einen Felsen, von dem das Schiff nicht mehr frei kam und leider auch nicht mehr zu retten war. Bei diesem weiteren Unglück ertranken vier Seeleute. Am 3. März 1995 lief die 0129 "Amandine" zum letzten Mal in den Hafen Oostendes ein und damit fiel der Vorhang entgültig über die Oostender Islandfischerei. Die Amandine wurde von der "Maritime Site" auf der ehemaligen "Werft Seghers" restauriert.Am 14. Mai 2000 fand das Schiff auf dem Visserskaai seinen letzten Ruheplatz und kann seitdem als Museumsschiff von interessierten Besuchern besichtigt werden Quellen: Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/0129.Amandine?uselang=deDie Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share-Alike“ verfügbarKarl - Heinz Gubick

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Langsam Voraus Zur deutschen Hochseefischerei!









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